Die Königin der Beerenfrüchte – die Erdbeere

Botanisch gesehen

Eine Hand voll Erdbeeren

Eine Hand voll Erdbeeren
Foto: pixabay.com

Die Erdbeere [Fragaria] wird oft als die Königin der Beerenfrüchte bezeichnet, dabei ist sie botanisch gesehen gar keine Beerenfrucht. Sie ist eine Sammelnussfrucht.

Die eigentlichen Früchte sind die kleinen Nüsschen, die auf dem hochgewölbten, verdickten Blütenboden einer Scheinfrucht sitzen. Die rote, sehr auffällige Frucht dient in erster Linie dazu Tiere anzulocken, die durch den Verzehr zu einer weiteren Verbreitung der Pflanze beitragen. Die Nüsschen überleben den Verdauungstrakt und können so an geeigneten Standorten zu neuen Erdbeerpflänzchen austreiben. Die Erdbeere zählt zu den Rosengewächsen [Rosaceae] und vermehrt sich über Ausläufer. Die Ausläufer bilden Wurzeln aus und wachsen zu eigenständigen Pflanzen heran. Somit haben Erdbeeren mehrere Ausbreitungsmechanismen. Heimische Erdbeeren bekommt man in den Monaten Mai bis Juli.

Die Vielfalt

Erdbeeren aufgeschnitten [Fragaria xananassa]

Erdbeeren aufgeschnitten [Fragaria xananassa]Foto: pixabay.com

Es gibt viele unterschiedliche Erdbeerarten, die sich in Geschmack und Aussehen unterscheiden. Die bei uns heimische Gartenerdbeere [Fragaria xananassa] ist besonders großfruchtig und fleischig und wird in Österreich auch gern als „Ananas“ bezeichnet. Die meisten heute im Handel erhältlichen Früchte sind durch die Zuchtwahl des Menschen entstanden.

Ursprünglich bei uns beheimatet ist die Walderdbeere [Fragaria vesca]. Im Volksmund trägt sie auch die Namen Rotbeere, Waldbeere, Besingkraut, Darmkraut und Erbel. Es werden nicht nur die Früchte verwendet, auch Blätter und Wurzeln werden therapeutisch genutzt. Die Früchte der Walderdbeere sind wesentlich kleiner und aromatischer als die der Gartenerdbeere.

Was können sie, die Erdbeeren, und was sagt die TCM dazu?

Walderdbeere [Fragaria vesca]

Walderdbeere [Fragaria vesca]Foto: pixabay.com

Erdbeeren haben eine nieren- und harnleiterreinigende Wirkung und stärken eine geschädigte Leber. Außerdem haben sie eine aufbauende Wirkung auf die Gallenblase. Sie eignen sich daher besonders für reinigende und leberstärkende Frühjahrskuren. Die Blätter und Wurzeln gelten als blutreinigend und stopfend und werden daher als Tee gegen Durchfall eingesetzt.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin sagt man den Erdbeeren eine Feuchtigkeit transformierende und Yin tonisierende Wirkung zu. Zudem stärken sie das Milz-Qi, das Leber-Qi und das Nieren-Qi und wirken förderlich bei Verdauungsschwäche. Erdbeeren gelten als Blut bewegend und werden daher bei Blutstagnation, vor allem in der Leber, therapeutisch eingesetzt.
Leider können Erdbeeren auch Allergien auslösen und wegen ihres hohen Anteiles an Oxalsäure die Nieren belasten.

Die inneren Werte

Aufgrund ihres hohen Wassergehaltes schlagen sich Erdbeeren nur bedingt auf die Figur. Mit nur 32 kcal pro 100 g Erdbeere sind sie wahre Schlankmacher mit reichlich Vitaminen und Mineralstoffen. Beachtlich ist der Folsäuregehalt mit 65 µg pro 100 g Fruchtfleisch sowie der Vitamin-C-Gehalt, der mit 62 mg pro 100 g höher ist als der von Zitrusfrüchten. Daneben enthalten Erdbeeren Kalium, Eisen, Magnesium, Kalzium und das Spurenelement Mangan. Der hohe Anteil an Polyphenolen bewirkt im Körper starke antioxidative Effekte.

Was kann man mit Erdbeeren alles anstellen?

Lagern kann man Erdbeeren schlecht, da sie sehr leicht Druckstellen bekommen und dann leicht faulen oder Schimmel ansetzen. Faule oder schimmelige Früchte sollten unbedingt entfernt werden. Am besten sind dunkle, kühle Lagerräume, in denen man die ungewaschenen Früchte möglichst in nur einer Lage ausbreitet. Im Gemüsefach im Kühlschrank halten frisch geerntete Früchte ca. 2 bis 3 Tage. Da Erdbeeren nicht nachreifen sollte man nur reife Früchte ernten. Aufgrund der schlechten Lagerfähigkeit sind etliche Konservierungsmethoden entstanden, um möglichst lange von den Früchten zehren zu können. Am bekanntesten ist wohl die Erdbeermarmelade. Durch das Einkochen, Trocknen oder Einfrieren der Früchte sind sie bis zu einem Jahr lagerfähig. Beim Einfrieren empfiehlt es sich, die Früchte flach auf einem Brett oder Tablett ins Gefrierfach zu stellen und erst, nachdem die Früchte durchgefroren sind, in ein entsprechende Gefriergefäß umzufüllen, um ein Zusammenfrieren der Früchte zu verhindern.

Erdbeermarmelade

Erdbeermarmelade
Foto: Mag. Susanne Lindenthal

Die Verwendung von Erdbeeren in der Küche ist mannigfaltig. Frisch schmecken sie natürlich am besten, aber auch für frische Fruchtpürees, Kompotte, Gelees und Marmeladen eignen sie sich hervorragend. Fruchtige Erdbeerknödel sind ebenso beliebt wie die Verwendung für Obstkuchen und Fruchtsalate. Besonders gut lassen sich Erdbeeren mit dem zur gleichen Zeit reifen Rhabarber kombinieren, aber auch gewagtere Kombinationen mit grünem, eingelegtem Pfeffer oder Balsamicoessig erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Erdbeeren mit Sauerrahm, das weckt vielleicht bei manchen eine Kindheitserinnerung, zeigt, dass sie sich auch gut mit Milchprodukten vertragen. Sie trägt also nicht umsonst den Namen „Königin“.

Literaturnachweis

HIRSCH, S., GRÜNBERGER, F. (2012) Die Kräuter in meinem Garten, Linz, Freya Verlag.

BLARER ZALOKAR, U., FENRICH, B., HAAS, K., KAMB, P., RÜEGG, E. (2009), Praxisbuch Nahrungsmittel und Chinesische Medizin, Schiedlberg, Bacopa Verlag.

https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/ernaehrung-saisonkalender-erdbeere.html. Erdbeere. Zugriff 16.04.2014

http://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeeren. Erdbeeren. Zugriff 16.04.2014

Susanne Lindenthal

Mein Name ist Susanne Lindenthal und ich bin Deine Expertin in Sachen Verdauung. In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Zum einen bin ich mit Leib und Seele Ernährungswissenschafterin, zum Anderen bin ich der Traditionellen Chinesischen Medizin verfallen. In meinen Beratungen verbinde ich diese scheinbar konträren Welten und verhelfe damit Führungskräften und UnternehmerInnen zu einem besseren Bauchgefühl.

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