Wenn der Milchkaffee zu Bauchkrämpfen und Durchfall führt – Laktoseintoleranz

Wenn der Milchkaffee zu Bauchkrämpfen und Durchfall führt - Laktoseintoleranz

Die Laktoseintoleranz zählt neben der Fruktosemalabsorption zu den häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten im Erwachsenenalter. In Österreich, Deutschland und der Schweiz sind ca. 20 % der Bevölkerung davon betroffen. Ich sehe es immer wieder in meiner Praxis, dass Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfälle häufig durch Milchzuckerunverträglichkeit verursacht werden. Doch wie kommt es zu dieser Unverträglichkeit von Laktose und was ist das eigentlich?

Was ist eine Laktoseintoleranz und wie kommt sie zustande?

Zuerst mal ein paar (leider notwendige) Begriffe

Damit Du zwischen den einzelnen Begriffen, die wir bei der Laktoseintoleranz brauchen, gut unterscheiden kannst, erkläre ich Sie Dir hier kurz:

Laktose ist der Milchzucker, also der Zucker, der in der Milch natürlich vorkommt. Dieser Zucker besteht aus zwei Zuckermolekülen, nämlich aus der Glucose und der Galaktose.

Die Glucose ist Dir wahrscheinlich ein Begriff. Das ist das Zuckermolekül, das unser Körper gut verarbeiten kann und welches unsere Zellen mit schnell verfügbarer Energie versorgt. Das ist auch jener Zucker, aus dem die Stärke aufgebaut ist. Stärke ist der Hauptbestandteil in Nudeln, Getreide, Kartoffeln, usw. Das ist das, wozu wir umgangssprachlich auch „Kohlenhydrate“ sagen.

Galactose wird auch Schleimzucker genannt. Gleich wie die Glucose ist auch Galactose ein Einfachzucker mit sechs Kohlenstoff-Atomen. Sie hat nur eine etwas andere Form als die Glucose. Der Unterschied zur Glucose ist, dass sie insulinunabhängig von unseren Körperzellen aufgenommen werden kann und daher nur einen ganz geringen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat.

Jetzt wissen wir schon mal, dass die Laktose, also der Milchzucker, aus diesen beiden Einfachzuckern (Monosacchariden) besteht. Fakt ist, unser Körper kann im Darm nur die Einfachzucker aufnehmen und keine komplexeren Verbindungen wie den Zweifachzucker (Disaccharid) Laktose.

Unser faszinierender Körper hat dafür allerdings eine Lösung, nämlich das Enzym Laktase. Wir produzieren dieses Enzym, welches nichts andere zu tun hat, als den Milchzucker in seine zwei Bestandteile aufzuspalten. Im Dünndarm kann die Laktose dann als Glucose und Galactose aufgenommen werden und so ihren Weg zu den Körperzellen finden.

Wie kommt jetzt die Laktoseintoleranz zustande?

Wenn wir also ohnehin über ein Enzym zur Aufspaltung der Laktose verfügen, warum funktioniert das dann in einigen Fällen nicht?

Die Dosis macht das Gift

Wir können nur eine gewisse Menge dieses Enzyms produzieren. Schicken wir mehr Milchzucker durch unseren Verdauungstrakt, als wir Enzym produzieren, dann wandert der überschüssige Milchzucker in tiefere Darmabschnitte (also in den Dickdarm). Dort warten schon unsere lieben Mitbewohner, die Bakterien, und die feiern ein Fest – und das lassen sie uns spüren.

Stell Dir vor, Du feierst etwas über’s normale Maß hinaus, das gibt dann Kopfschmerzen & Co. Wenn die Bakterien feiern, dann gibt das halt Blähungen, Bauchkrämpfe und Durchfall oder ähnliches.

Primärer Laktasemangel

Die Produktion des Enzyms Laktase geht mit zunehmendem Alter zurück. Das ist genau genommen genetisch bedingt, denn Milch ist in erster Linie und evolutionsbedingt ein Nahrungsmittel für Säuglinge. In unserer Gesellschaft haben wir es jedoch gelernt, Milch auch über das Säuglingsalter hinaus zu verdauen. Das hängt mit unserer Milchviehwirtschaft zusammen, die wir in Europa seit ca. 10.000 Jahren betreiben. Über Generationen hat sich unser Körper angepasst und weiterentwickelt, weil immer Milch und Käse konsumiert wurden.

Wenn Du jedoch mit zunehmendem Alter immer weniger Laktase produziert, dann hängt das mit Deiner ursprünglichen genetischen Veranlagung zusammen und das nennt man dann primäre Laktoseintoleranz. Das ist einfach der Normalzustand bei Erwachsenen.

Viele asiatische und afrikanische Völker betreiben seit Generationen keine Milchviehwirtschaft. Die Milch wird nur im Säuglingsalter getrunken und da nur die von Mutters Brust. Daher ist es völlig normal, im Erwachsenenalter laktoseintolerant zu werden, denn diese Völker haben es nie „gelernt“ Milch verdauen zu müssen.

Sekundärer Laktasemangel

Eine sekundäre Laktoseintoleranz kann entstehen, wenn Du eine Darmerkrankung hast oder gehabt hast. Auch Darmoperationen können die natürlichen Funktionen im Darm für einige Zeit lahmlegen. Dabei kann die Dünndarmschleimhaut meist kurzfristig geschädigt werden. Deshalb kann nach einer solchen Operation oder Erkrankung eine Laktoseintoleranz auftreten. Diese Art der Milchzuckerunverträglichkeit kann aber in den meisten Fällen, nach Abklingen der Erkrankung, wieder verschwinden, wenn sich eine normale Verdauungstätigkeit wieder einstellt.

Ursachen können also sein

  • Bakterielle oder auch virale Magen-Darm-Erkrankungen
  • Mangelernährung, vor allem ein Folsäuremangel oder auch Fastenkuren können Auslöser sein
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Chemo- oder Strahlentherapie
  • Alkoholmissbrauch
  • Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
  • Fehlbesiedelung des Dünndarms (SIBOS) – hier sind Bakterien bereits im Dünndarm angesiedelt, wo sie normalerweise nicht hingehören
  • alles was die Darmpassage stark beschleunigt – Flüssigkeiten

Angeborener Enzymdefekt

Ein angeborener Enzymdefekt kann natürlich auch Ursache sein, dass man Milchzucker nicht verdauen kann. Das ist allerdings sehr selten und tritt schon im Säuglingsalter auf. Wenn Du also normal gestillt worden bist, oder auch wenn Du als Baby Milchfläschchen bekommen hast, kann das auf jeden Fall ausgeschlossen werden.

Alles selbstgemacht

Meines Erachtens ist die schlimmste Art, wie es zu einem Laktase-Mangel und somit einer Laktoseintoleranz kommen kann, die selbst produzierte. Ich sage das jetzt mal bewusst sehr provokant:

Es scheint Mode zu sein, mit einer Intoleranz mithalten zu können.

Wenn Du Milchprodukte jeglicher Art meidest und weglässt, weil Du glaubst, eine Intoleranz zu haben, hat das gravierende Folgen.

Unser Körper ist da sehr rigide, wenn etwas nicht gebraucht wird, wird es nicht produziert. Wenn also keine Laktase gebraucht wird, weil kein Milchzucker daher kommt, dann wird sie nicht produziert. Kommt dann mal nach Jahren so ein Milchzuckermolekül im Verdauungstrakt des Weges, kann der Körper nicht mehr sofort darauf reagieren und Laktase produzieren, er hat es schlichtweg verlernt.

Was nicht heißt, dass er es nicht wieder lernen kann, aber das dauert halt seine Zeit. In der Zwischenzeit bedanken sich die Bakterien für das Zusatzfutter und feiern, wie schon oben erwähnt, ein Fest.

Wieso häuft sich die Laktoseintoleranz?

Die zunehmende Häufigkeit der Laktoseintoleranz hat mehrere Gründe.

Milchzucker in Fertigprodukten

Zum einen ist es sicherlich die Zunahme diverser Zusatzstoffe in Fertigprodukten. Nimm Dir mal die Zeit und lies die Zutatenlisten bei verschiedensten Fertigprodukten, egal ob süß oder pikant. Dort wirst Du oftmals Milchzucker finden, nämlich in:

  • Wurstwaren
  • Fertig- und Instantgerichten
  • Fertigsaucen
  • Salatdressing
  • Gewürzmischungen
  • Brot und Gebäck
  • Pudding
  • Süßspeisen
  • Eis
  • Milchschokolade, etc.

Der Milchzucker ist vielfach unter folgenden Begriffen (um nur die gängigsten zu nennen) auf den Verpackungen versteckt:

  • Milch
  • Molke
  • Molkenpulver
  • Süßmolkenpulver
  • Molkenerzeugnisse
  • Magermilchpulver
  • Vollmilchpulver
  • Laktose
  • Lactose
  • Lactosemonohydrat
  • Milchzucker
  • Milchprotein
  • entrahmte Milch
  • Rahm
  • Sahne
  • Sahnepulver, usw.

Wenn Du übrigens Milchsäure auf einer Verpackung findest, darunter versteckt sich keine Laktose.

Mit Fertigprodukten steigt die unbewusste Aufnahme von Laktose und irgendwann sagt unser Körper: Stopp! Ich hab mein Soll an Laktase erreicht. Dann schickt der Dünndarm die Laktose weiter zu unseren Bakterien im Dickdarm … und Du weißt ja bereits, was die mit dem Zusatzfutter anstellen.

Zum anderen ist die oben erwähnte Falle, der selbst gemachten Intoleranz, eine der Ursachen, warum eine echte Intoleranz entstehen kann.

Ich habe immer Milchkaffee vertragen, aber jetzt nicht mehr, warum?

Es könnte einfach nur die Dosis sein. Nehmen wir Milchprodukte in dem Ausmaß zu uns, wie wir es laut den Empfehlungen der Ernährungspyramide sollten, dann macht der Milchzucker meist keine Probleme. Allerdings stehen in der Pyramide neben den 3 Portionen an Milchprodukten keine zusätzlichen 3 Café-Latte am Tag.

Die Ernährungspyramide

Eine Portion entspricht

  • 250 mL Milch = 1 Glas oder
  • 150 g Joghurt = 1 kleiner Becher oder
  • 30 g Käse = 1 Scheibe

Wenn Du Dir jetzt mal überlegst, wieviel Käse auf Deinem Käsebrot heute zum Frühstück drauf war, wieviel Mozzarella Du Mittags in Deinem Salat Caprese hattest, dann den Milchkaffee am Vormittag und die zwei am Nachmittag und am Abend noch den Käse auf der Pizza, dann siehst Du schnell, dass Du so schon weit drüber bist über dem täglichen Bedarf. Da darf es Dich nicht wundern, dass Dein Körper an dem einen oder anderen Tag etwas ungehalten reagiert.

Die zu schnelle Darmpassage

Unter Darmpassage versteht man den Transport des Nahrungsbreies durch den Darm. Gerade Speisen in flüssiger Form haben eine wesentlich schnellere Darmpassage als feste Nahrungsmittel. Flüssigkeiten gehen einfach schneller durch den Dünndarm durch.

Wenn also an den Dünndarmzotten der Milchzucker nur so vorbeiflitzt, dann hat die Laktase manchmal gar nicht die Möglichkeit, an die Laktose anzudocken und diese zu spalten. Die flutscht einfach vorbei und flitzt in den Dickdarm weiter zu unseren Mitbewohnern. Außerdem gelangt über flüssige Nahrung mehr Milchzucker auf einmal in den Dünndarm, als bei festen Speisen, sodass unsere Dünndarmzellen gar nicht mehr mit der Laktaseproduktion nachkommen.

Vielleicht verträgst Du ja den Milchreis ohne Probleme, nach dem Café-Latte aber bekommst Du regelmässig Bauchkrämpfe oder Durchfall. Dann hängt das mit der zu schnellen Passage durch den Darm zusammen.

Welche Beschwerden deuten auf eine Laktoseintoleranz hin?

Die typischen Beschwerden bei einer Laktoseintoleranz sind

  • Durchfall
  • Blähungen
  • Blähbauch
  • Bauchgluckern und Bauchgeräusche
  • Breiige Stühle
  • Explosionsartige Stühle
  • Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe

 

Laktoseintoleranz Frau mit Bauchkrämpfen

Nicht ganz so typisch, aber auch möglich sind folgende Symptome

  • Müdigkeit, Niedergeschlagenheit
  • Konzentrationsstörungen
  • morgendliche Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Schlafstörungen

Wie kann eine Laktoseintoleranz diagnostiziert werden?

Wichtig ist immer eine genaue Diagnose und eine gezielte Anamnese. Das heißt, nur weil man einmal Bauchweh hat, wenn man zu viel Milchprodukte zu sich genommen hat, ist das noch lange kein Zeichen für eine Intoleranz. Wenn Du allerdings beobachtest, dass Du regelmässig nach dem Konsum von Milch und Milchprodukten mit einem oder einigen der oben angeführten Symtome reagierst, solltest Du das abklären lassen.

Der Standard unter den Diagnosen, der H2-Atemtest

Wenn Du zu mir in die Ernährungsberatung kommst mit dem Verdacht auf eine Laktoseintoleranz, werde ich Dich erstmal zur Abklärung zum H2-Atemtest schicken.

Bei diesem Test darfst Du eine Laktoselösung trinken. Wenn die Laktose unverdaut in den Dickdarm gelangt, bauen die Bakterien dort die Laktose zu H2 (Wasserstoff) und CO2 (Kohlendioxid) ab. Der Wasserstoff geht ins Blut über und kommt so in die Lungen. Dort wird er ausgeatmet und kann somit nachgewiesen werden. Wenn Du also die Laktose nicht verdauen kannst, hast Du viel Wasserstoff in Deiner Atemluft.

Weitere Diagnosemöglichkeiten sind ein Blutglucosenachweis, eine Dünndarmbiopsie oder auch ein Gentest auf die primäre Form. Der Standard ist aber der H2-Atemtest.

Ohne einen solchen Test kann man nur mit einer Ausschlussdiganose arbeiten. D.h. wir lassen im Rahmen der Ernährungsberatung die Laktose für eine Zeit lang weg, verschwinden die Symptome, dann kann auf eine Intoleranz rückgeschlossen werden. Sicher ist dieses Verfahren allerdings nicht.

Das Ernährungs- und Symptomtagebuch

Parallel zum Atemtest werde ich Dich bitten, für ein paar Tage ein Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen. Erst die Kombination des Tests und der genauen Analyse Deines Ernährungs- und Symptomtagebuches sichert die Diagnose.

Was muss ich bei der Ernährung beachten, wenn eine Laktoseintoleranz festgestellt wurde?

Wenn Du nun eindeutig eine Laktoseintoleranz hast, dann ist es mal wichtig den Körper zu entlasten. Das machen wir, indem Du Dich zwei Wochen lang laktosearm ernährst. In dieser sogenannten Karenzphase sollten dann gleich mal die Symptome verschwinden und das ist die 3. und wichtigste Stufe, um festzustellen, ob es wirklich eine Laktoseintoleranz ist. Denn wenn die Symptome bestehen bleiben, dann ist es möglicherweise etwas anderes, oder es hat sich doch unwissentlich Laktose ins Essen geschmuggelt.

Das ist ein Grund, so eine Karenzphase nur in Begleitung einer fundiert ausgebildeten ErnährungsberaterIn  zu machen. Der zweite Grund liegt in der fehlenden Nährstoffzufuhr. Denn Milchprodukte beinhalten neben der Laktose ja noch einiges mehr, aber dazu später.

Nach dieser Karenzphase folgt eine Testphase, um Deine individuelle Toleranzschwelle herauszufinden. Dabei werden schrittweise wieder laktosehältige Lebensmittel in den Speiseplan eingebaut. Das wird so lange gemacht, bis wir herausgefunden haben, wieviel Laktose Du beschwerdefrei verdauen kannst und in welcher Lebensmittelkombination. Denn oftmals ist es nur eine Frage der gleichzeitigen Zufuhr von fetthaltigen Lebensmitteln, die die Verträglichkeit massiv verbessern kann. Oder es ist eine Frage der Menge auf einmal oder über den Tag verteilt. Das finden wir in dieser 2. Phase heraus.

Die 3. Phase beinhaltet dann die Langzeiternährung, die darauf abzielt, Dich mit sämtlichen Nährstoffen zu versorgen, die Du braucht, in der Dosis, die für Dich gut verträglich ist und die natürlich Spaß macht und schmeckt!

Welche Nährstoffe sind betroffen, wenn ich Milch und Milchprodukte komplett weglasse?

Milchprodukte sind wichtige Eiweißlieferanten und wichtige Calciumlieferanten. Wenn Du Milchprodukte weglässt, dann ist es unerlässlich, dafür zu sorgen, dass Dein Körper ausreichend Eiweiß und Calcium aus anderen Quellen erhält. Und das ist oft gar nicht so einfach. Denn auch wenn ein Lebensmittel wie Brokkoli viel Calcium enthält, heißt das noch lange nicht, dass es ein Milchprodukt ohne weiteres ersetzen kann.

Wenn Du so gut wie alles isst, also auch Fleisch, Fisch und Eier, dann brauchst Du Dir wahrscheinlich um die Eiweißversorgung weniger Sorgen zu machen. Wenn Du Dich allerdings vegetarisch ernährst, also auf Fisch und Fleisch verzichtest und dann auch noch die Milchprodukte komplett streichst, dann musst Du unbedingt auch auf eine ausreichende Eiweißzufuhr aus andere Quellen achten. Denn die Lebensmittel, die Calcium liefern, sind nicht unbedingt auch gleichzeitig Eiweißlieferanten.

Lebensmittel mit viel Calcium

Gemüsesorten, die viel Calcium enthalten sind Brokkoli, Fenchel, Kohl, Sellerie und Lauch. Also eher die grünen Sorten. Die Obstsorten Himbeeren, Brombeeren, Kiwi, Feigen und Orangen sind ebenfalls gute Calciumquellen. Daneben sind Nüsse und Samen tolle Calciumlieferanten, die allerdings auch sehr viel Fett und damit Kalorien enthalten. Zu den calciumreichen Getreidesorten zählen Quinoa und Amaranth. Ergänzen kann man die Lebensmittelauswahl mit calciumreichen Mineralwässern. Das sind jene, die über 150 mg Calcium pro Liter Wasser haben.

Diese Lebensmittel liefern zwar das Calcium, können aber zur Eiweißversorgung kaum beitragen. Einzig die Nüsse und Samen liefern etwas Eiweiß.

Brokkoli Calcium-Lieferant

Wieviel Brokkoli müsstest Du essen um auf die gleiche Menge Calcium wie in Milch zu kommen?

  • 250 mL Milch enthalten 300 mg Calcium
  • 500 g Brokkoli enthalten 290 mg Calcium
  • 40 g Sesam enthalten 313 mg Calcium … aber 240 kcal, weil 20 g Fett

Du siehst, entweder musst Du Unmengen an Gemüse essen oder Nüsse und Samen, die allerdings wiederum sehr viel Fett enthalten. Es geht also nur mit einer ausgewogenen Kombination, weil Du nicht täglich 3 Portionen Sesam mit einer Portionsgröße von 40 g (das sind jeweils 4 gehäufte Esslöffel) essen kannst.

Daher ist es wichtig, sich Hilfe in einer Ernährungsberatung zu suchen. Gerne stehe ich Dir dafür mit meiner Premiumbetreuung zur Verfügung. Denn ich weiß ganz genau, dass es für jemanden, der nicht so tief drinnen steckt in diesem Thema und einfach nur seine Bauchschmerzen weghaben will, gar nicht einfach ist, hier einen Überblick zu behalten. Von mir bekommst Du eine genaue Anleitung, damit es für Dich ganz einfach wird, das alles umzusetzen, ohne großartigen Aufwand Deinerseits.

Laktosefreie Eiweißlieferanten

Wenn man die 3 wichtigen Bausteine der Ernährungspyramide, die die Milchprodukte beinhalten, weglässt, dann muss die Eiweißversorgung aus anderen Quellen stammen. Diese eins zu eins mit Fleisch oder Fisch zu ersetzen, ist nicht unbedingt das Beste für Deinen Körper. Wichtige Eiweißquellen sind

  • Eier
  • Hülsenfrüchte
  • Getreidesorten mit höherem Eiweißanteil, wie Quinoa und Amaranth
  • Nüsse und Samen
  • aber auch Kartoffeln, Mais, etc.

Dabei kommt es ebenso, wie beim Calcium, auf eine ausgewogene Kombination an, damit Du mit allen notwendigen Aminosäuren (das sind die Bausteine, aus denen Eiweiß aufgebaut ist) versorgt bist.

Welche Lebensmittel sind sowieso laktosefrei, welche sind es nicht?

Von der versteckten Laktose habe ich Dir schon erzählt. Heute findet man im Handel etliche Produkte, die auch laktosefrei angeboten werden. Aber Achtung, nicht alles ist laktosefrei, weil es bewusst so hergestellt wurde. Manche Produkte enthalten von Natur aus keine oder wenig Laktose, weil diese im Herstellungsprozess ohnedies abgebaut wird.

Hartkäse und Parmesan sind beispielsweise grundsätzlich schon sehr laktosearm. Es zahlt sich also nicht aus, einen höheren Preis zu zahlen, nur weil ein Hartkäse als „laktosefrei“ ausgepriesen ist.

Laktosefrei sind also

  • alle Lebensmittel die keinerlei Milch oder Milchprodukte enthalten
  • Ei, Fisch, Fleisch, Geflügel
  • Kartoffeln, Getreide, Teigwaren, etc.
  • Obst und Gemüse
  • Nüsse und Samen
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen, Erbsen
  • Sojaprodukte
  • als laktosefrei gekennzeichnete Milch
  • Getreidemilch wie Hafermilch, Reis- oder Kokosmilch

Laktosearme Produkte (unter 1 g Laktose pro 100 g Lebensmittel) sind

  • Butter
  • Hartkäsesorten wie Emmentaler, Tilsiter, Bauernkäse, Parmesan, etc.
  • fast alle Weichkäsesorten wie Camembert, Brie, etc.
  • Schafkäse
  • manche Mozzarellasorten (da muss man auf die Packung schauen)

Lebensmittel mit einem Laktosegehalt über 1 g pro 100 g Lebensmittel sind

  • Milch (egal ob Vollmilch oder Magermilch)
  • Milchpulver
  • Molke und Lattella (Fruchtmolke)
  • Schafmilch
  • Ziegenmilch
  • Kondesmilch
  • Milcheissorten
  • Joghurt (mit und ohne Frucht, fettarm und normalem Fettgehalt)
  • Buttermilch
  • Sauermilch
  • Creme fraîche
  • Sauerrahm
  • Frischkäse
  • Topfen
  • Hüttenkäse
  • Gervais
  • Schlagobers und Kaffeeobers
  • und eben so mancher Mozzarella

Du siehst, das Ganze ist gar nicht so einfach. Dabei ist das nur ein kleines Molekül, was Dir da bei Deiner Verdauung Sorgen machen kann.

Übrigens, Produkte die im Handel als laktosefrei gekennzeichnet sind, wurden einfach mit Laktase behandelt. Dadurch wird der Großteil der Laktose aufgespalten und schwimmt als Glucose und Galatose in diesem Produkt herum. Da diese beiden Einfachzucker süßer schmecken als der Zweifachzucker Laktose, schmecken diese Produkte meist auch etwas süßer.

Die Stolperfallen bei der Laktoseintoleranz

Vielfach ist es eine unvollständige Diagnose, die dazu veranlasst, sämtliche Milchprodukte zu meiden. Das kann, wie oben schon erwähnt, zu Mangelerscheinungen führen, gerade was den Nährstoff Calcium betrifft. Calcium ist enorm wichtig für den Knochenstoffwechsel und ein Mangel kann sich später in einer Osteoporose äußern. Ein sehr geschätzter Kollege und Ernährungsmediziner, Dr. Uwe Siedentopp, hat das einmal so ausgedrückt: „Osteoporose ist eine Kinderkrankheit, die im Alter schlagend wird.“

Wer in jungen Jahren nicht darauf achtet, seinen Körper mit ausreichend für den Knochenstoffwechsel notwendigen Nährstoffen zu versorgen, insbesondere mit Calcium und Vitamin D, kann im Alter an Osteoporose erkranken.

Eine pauschale Empfehlung, sämtliche Milchprodukte zu streichen, halte ich nicht für zielführend, denn unser Körper stellt dann die Enzymproduktion komplett ein. Viel wichtiger ist es, dem Körper wieder beizubringen, ausreichend Laktase zu erzeugen um mit der Zufuhr an Milchprodukten gut umgehen zu können.

Die Darmpassage stellt ebenfalls eine Stolperfalle dar, denn oftmals ist die gleiche Menge Milchprodukt in fester Nahrung besser verträglich als in flüssiger und das gilt es herauszufinden und eine entsprechende verträgliche Kombination für Dich zu finden.

Vielfach wird keine Unterscheidung gemacht, ob es sich um die primäre oder sekundäre Form des Laktasemangels handelt. Das ist aber sehr wichtig, denn bei der sekundären Form muss zuerst die Ursache und damit die Grunderkrankung behoben werden und damit verschwindet meist auch zeitgleich die Unverträglichkeit.

Die versteckte Laktose in Fertiggerichten, Saucen, Brotaufstrichen und Kuchen wird vielfach übersehen, weshalb eine Rundumbetreuung, wie ich sie in meinen Beratungen anbiete, so wichtig ist.

Nichts desto trotz ist eine Laktoseinteroleranz zwar eine ziemlich unangenehme Sache, aber das Gute daran ist, es ist eine rein funktionelle Störung im Verdauungstrakt, die weiterhin keine Schäden im Darm verursacht. Es ist zweifelsohne mühsam, aber mit der richtigen Hilfe eine durchaus zu bewältigende Angelegenheit.

Schreib mir doch in einem E-Mail oder im Kommentar, wie geht es Dir mit dem Milchkaffee geht! Hast Du den Eindruck, eine Laktoseinterolanz zu haben oder hast Du schon mal einen H2-Atemtest gemacht?

 

 

Susanne Lindenthal

Mein Name ist Susanne Lindenthal und ich bin Deine Expertin in Sachen Verdauung. In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Zum einen bin ich mit Leib und Seele Ernährungswissenschafterin, zum Anderen bin ich der Traditionellen Chinesischen Medizin verfallen. In meinen Beratungen verbinde ich diese scheinbar konträren Welten und verhelfe damit Führungskräften und UnternehmerInnen zu einem besseren Bauchgefühl.

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