1. März 2023

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Fasten in der Fastenzeit

By Susanne Lindenthal

März 1, 2023

Fasten

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, zumindest für die Katholiken, dabei beruht das christliche Fasten auf jüdischer Tradition.

Heute nutzen viele die Fastenzeit aus nicht-religiösen Gründen, einfach um auf etwas zu verzichten, um zu fasten. Auch ich habe das schon gemacht und beispielsweise einmal 40 Tage auf Fleisch verzichten. Ein anderes Mal habe ich 40 Tage auf Alkohol verzichtet. Streng genommen würde man hier nicht von Fasten sprechen, sondern Abstinenz oder Enthaltung.

Was bedeutet Fasten und die Fastenzeit eigentlich und wie können wir diese Tradition vielleicht neu interpretieren und für uns nutzen? Darum geht es in diesem Artikel.

Worauf verzichtest Du in der Fastenzeit?

Hier ein paar Ideen für Dich, wozu Du die Fastenzeit nützen könntest:

Verzicht auf 

  • Fleisch
  • Alkohol
  • Chips & Snacks
  • Nachspeisen
  • Süßigkeiten
  • Schokolade

oder anders rum, täglich mehr

  • Gemüse
  • kleine Sporteinheiten

oder mal was ganz anderes, nämlich Verzicht auf

  • Nachrichten
  • miese Laune
  • Social Media
  • Fernsehen & Serien
  • Streitereien

und wieder anders rum, setze den Schwerpunkt auf

  • eine positive Lebenseinstellung
  • mehr Wohlbefinden
  • Achtsamkeit beim Essen
  • bewusstes Wahrnehmen im Alltag

Meine persönliche Fastenzeit 2021

Mir persönlich hat zu diesem Zeitpunkt gerade der Verzicht auf Streitereien und miese Laune sehr gut gefallen. 

Durch die Belastung, der wir weltweit ausgesetzt waren und die damit verbundenen Herausforderungen wie HomeSchooling, HomeOffice und Isolation, die uns Corona beschert hat, waren viele Menschen zu dieser Zeit sehr gereizt. Die kleinste Kleinigkeit hat viele einfach explodieren lassen.

Und ja, auch das kenne ich, obwohl ich sowieso immer im HomeOffice bin. Meine beiden Ernährungsberatungs-Praxen habe ich ja auch da, wo ich wohne. Wenngleich ich mich nicht isoliert fühle, weil ich meine Beratungen und damit auch Kontakt zu anderen Menschen habe, war es dennoch ungewohnt, den Mann so gut wie immer da zu haben, weil er halt auch HomeOffice hatte. Das ständige Aufeinanderpicken, auch wenn ich das durchaus genossen habe, war bis zu einem gewissen Grad einfach auch anstrengend und ungewohnt.

Da kommt es dann schon mal vor, dass ich gereizt reagiert habe, auch wenn ich das nicht wollte und sicher nicht bewusst gemacht habe. Daher lag mein Fokus in diesem Jahr in der Fastenzeit darauf, bewußter darauf bedacht zu sein, wie ich auf andere Menschen, auf Situationen, auf Umstände reagiere. 

Genau dafür habe ich die Fastenzeit 2021 genutzt. Ich wollte einfach etwas gelassener sein, einfach darauf verzichten zu streiten, zu explodieren oder etwas zu sagen, wenn es nicht gerade etwas positives ist und dadurch mehr Ruhe und Frieden in den Alltag bringen.

Denn es ist immer eine Frage der Entscheidung, ob ich streiten will oder ob ich mich einfach dagegen entscheide.

Hat es geklappt, die Fastenzeit 2021?

Rückblickend muss ich sagen, dass mir das nicht immer so gut geglückt ist, wie ich das vorgehabt hatte. Aber wenn man sich so etwas vornimmt, dann hat das zumindest den Effekt, dass einem die Dinge eher ins Auge springen und dass man quasi in letzter Sekunde das Ruder herumreißen und sich selbst noch einbremsen kann. Es fällt einem sozusagen auf, auch wenn es manchmal schon zu spät war. Das ist allerdings der erste Weg zur Besserung und das ist mir gut geglückt. 

Was hat das mit der Ernährung zu tun?

Scheinbar hat das rein gar nichts mit dem Essen oder der Ernährung zu tun, oder?

Naja, genau genommen schon, denn eine innere Ruhe auch dafür sorgen, dass Dein Parasympathikus wieder mehr in den Vordergrund tritt, der damit für eine gute Verdauung sorgen kann. Ja, klingt weit her geholt, ist aber Fakt, dass unser Körper auch auf psychische Zustände reagiert und vielfach hängen gerade Verdauungsbeschwerden mit Stressreaktionen des Körpers zusammen.

Was bedeutet Fasten eigentlich?

Per Definition ist Fasten der völlige oder auch teilweise Verzicht auf bestimmte Speisen, Getränke und Genussmittel über einen bestimmten Zeitraum und wird vor allem aus religiösen Gründen in so gut wie allen Kulturen weltweit auch heute noch praktiziert.

Fasten hat eine Jahrtausende alte Tradition. Bereits im Alten Testament werden Fastenzeiten und einzelnen Fastentage erwähnt, um beispielsweise der Trauer den notwendigen Ernst zu verleihen. Egal in welche Ecke der Erde man schaut, überall findet man traditionelle Fastenzeiten.

Wird überall auf der Welt gefastet?

Als ich über die Hintergründe des Fastens und seinen Ursprung recherchierte, bin ich über so manche Kuriosität gestolpert und da ist mir meine liebe Freundin Stefanie Gralewski dazu eingefallen. Sie ist Expertin für europäischen Schamanismus, alte Religionen und Mythologien und für mich ist sie eine Verbinderin der Welten, denn sie sieht Toleranz gerade da, wo viele Menschen kein Verständnis dafür haben. 

Also habe ich sie im Jahr 2021 kurzerhand gefragt, ob sie mit mir über das Fasten plaudern mag und da habe ich tolle neue Erkenntnisse erlangt, die in ihrer Gültigkeit nach wie vor Bestand haben. Aber sieh doch einfach selbst. 

Interview mit Stefanie Gralewski, der Berliner Hexe

Was heißt Fasten heute?

Bei uns hat Fasten heute aber noch eine weitere Bedeutung dazu gewonnen, nämlich im sogenannten Heilfasten oder Basenfasten, das dem Zweck dient, die Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern. Häufig wird die gesamte Hoffnung in eine Woche bzw. in 10 Tage einer Fastenkur gesetzt. Doch ist das wirklich so sinnvoll?

Heilfasten & Co

Heilfasten soll entgiften, entschlacken, das Bindegewebe entstauen, ein besseres Hautbild schaffen, Gewichtsreduktion bewirken, die Darmfunktion optimieren, das Immunsystem aktivieren, den Stoffwechsel regulieren und natürlich auch noch als natürliches Anti-Aging wirken.

Übrigens "Schlacken" haben wir keine im Körper. Das ist definitiv kein medizinischer Begriff. Und das ist es auch vielfach, was in Wissenschaftskreisen das Fasten angreifbar macht. Darauf stürzen sich dann die Fasten-Gegner und jeder, der ein bisschen Einblick in die Stoffwechselprozesse des Körpers hat. 

Wie sinnvoll ist eine Woche Fasten im Jahr?

Versteh mich bitte nicht falsch, ich finde es grundsätzlich gut, dem Körper mal Pause zu gönnen, ich bin wahrlich kein Fasten-Gegner. Denn Pausen in der Nahrungsaufnahme sind erwiesenermaßen vorteilhaft. Außerdem hat Fasten insofern eine reinigende Wirkung, dass wieder Platz für Neues ist. Das sehe ich auch metaphorisch und nicht nur bezogen auf das Ernährungs- und Essverhalten. 

Aber ich bin der Meinung, dass eine Woche Heilfasten im Jahr, nicht der Gral aller Dinge ist. Denn, das weißt Du, ich bin kein Freund davon, Ernährungsbewusstsein auf ein paar Tage im Jahr zu beschränken und den Rest des Jahres da nicht hinzuschauen.

Dick wirst Du nicht zwischen Weihnachten und Neujahr, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten #essenbelebt #fasten #gesundheit #abnehmen #Fastenkur #Heilfasten

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Die Krux mit den Fastenkuren

Genauso wie man nicht zwischen Weihnachten und Neujahr dick wird, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten, so verhält es sich mit Fastenkuren. Wenn Du eine Fastenkur machst um aus dem Alltag auszubrechen und einen Impuls zu bekommen, um mal Pause zu machen, dann ist das alles gut und das ist auch durchaus eine Überlegung wert.

Fasten zur Gewichtsreduktion?

Wenn Deine Motivation aber daher rührt, dass Du damit die 10 Kilo, die Du zu viel auf den Hüften herumschleppst, in dieser einen Woche runterbekommst, um sie Dir danach wieder mit gleicher Hingabe hinaufzufuttern, dann tust Du Dir und Deinem Körper damit keinen Gefallen.

Denn unser Körper merkt sich solche Geschichten.  Leider!

Dir wird es daher mit jeder Wiederholung dieser Vorgehensweise schwerer fallen, Dein Gewicht halten zu können. Kommen dann auch noch hormonelle Schwankungen, Stressbelastungen und vielleicht auch noch Verdauungsbeschwerden dazu, dann wird es wirklich schwierig, dem Jojo-Effekt zu entgehen. 

Mein Fasten im Jahr 2022

Für mich ist die Fastenzeit und das Fasten auch immer etwas besonderes, denn ich nütze die Zeit fast immer auch für mich und für meine persönlichen Vorhaben. Im Jahr 2022 war es eine Kombination aus einem etwas später entstandenen Neujahrsvorsatz und der Fastenzeit, in der ich es so richtig begonnen habe, umzusetzen. 

Sport kann die Fastenzeit bereichern

Das Motto in diesem Jahr galt meiner sportlichen Gesundheit, meiner Bewegung und Muskelkraft. Ich habe im Jänner bereits damit begonnen, regelmäßig Krafttraining zu machen und diesem Thema habe ich auch die Fastenzeit gewidmet. Fünfmal pro Woche bin ich durchschnittlich trainieren gegangen. Und als die Fastenzeit zu Ende war, hatte sich schon so etwas wie eine Gewohnheit etabliert, die ich beibehalten habe. 

Ist mir mein Vorhaben gelungen?

Wenn ich jetzt auf die Zeit zurückblicke, war das eine meiner besten Entscheidungen, die ich treffen konnte, denn mittlerweile geht mir das Training richtig ab, wenn ich nicht meine fünf Mal in der Woche ins Fitness-Studio komme. Aus dem Fastenprojekt ist eine Dauereinrichtung geworden.

Ich mache übrigens in erster Linie solche Übungen, die zum Powerlifting zählen, also Kreuzheben (Deadlift), Kniebeugen (Squats), Bankdrücken (Benchpress) und Schulterpresse (Standing Overhead Press). Und mittlerweile habe ich schon ordentlich Gewicht auf der Langhantel 😉.

Das Motto für 2023

Auch im Jahr 2023 gibt es selbstverständlich eine persönliche Motivation für mich, die Fastenzeit wieder zu einer außergewöhnlichen Zeit zu machen. Wie jedes Jahr habe ich meinen Fastenkalender für 0,00 € herausgebracht und Du kannst immer noch einsteigen, auch wenn die Fastenzeit schon begonnen hat. Keine Sorge, die verpassten Tipps kannst Du alle nachlesen, denn ich habe zum ersten Mal auch dafür eine Möglichkeit geschaffen. 

Intervallfasten als Fastenprojekt

In den 14-tägigen Fragerunden in meinem Club war immer wieder mal das Intervallfasten Thema und so habe ich erst kürzlich auf Wunsch meiner Club-Mitglieder einen Workshop dazu gehalten. Das hat mich selbst wieder motiviert, von der Autophagie zu profitieren. 

Als ich mich vor mittlerweile ich glaube 15 Jahren sehr intensiv mit dem Intervallfasten beschäftigt habe, war darunter eher die Variante 10in2 bzw. Eat-Stop-Eat bekannt. Das ist jene Variante, bei der man einen Tag isst und den zweiten kompletten Tag fastet. Heute ist die Variante 16:8 populärer und auch von Chronobiologen empfohlen. Bei dieser Variante isst Du während eines Zeitfensters von 8 Stunden und fastest die restlichen 16 Stunden des Tages. Das ist meistens eine Verlängerung der nächtlichen Fastenzeit, die wir ohnedies haben, wenn wir schlafen. 

Mein Fastenprojekt 2023 lautet also: Intervallfasten nach der Variante 16:8, weil ich das auch selbst noch nie über einen längeren Zeitraum ausprobiert habe. Mal schauen, ob aus diesem Fastenprojekt auch wieder ein Jahresprojekt wird, welches ich beibehalte? 

Ich werde Dich jedenfalls am Laufenden halten. 

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Wofür solltest Du die Fastenzeit nutzen?

Nutze die Fastenzeit. Denn sie hat viele Vorteile. Es ist gesellschaftlich ein anerkanntes Phänomen, wenn Du diese Zeit für eine Reduktion von was auch immer nützt. Es wird Dich niemand schief anschauen, wenn Du in dieser Zeit auf Alkohol oder auf Zucker verzichtest. Oder wenn Du etwas beginnst, was Du noch nie gemacht hast. Das bringt eine gewisse Erleichterung mit sich, wenn Du die Zeit nutzt, um Deine Komfortzone zu verlassen. Nutze die Zeit auch beispielsweise für eine innere Einkehr, für den Verzicht auf etwas, um seinen Wert wieder zu steigern, für Dein geistiges Wohlbefinden. Das ist alles völlig in Ordnung. 

Allerdings solltest Du es Dir gut überlegen, wenn Du eine Fastenkur ausschließlich dafür machen möchtest, Dein Gewicht zu reduzieren. Dafür ist Fasten alleine ungeeignet. Du kannst so eine Fastenkur allerdings nutzen, um eine anschließende Ernährungsumstellung gut zu meistern. Als Einstieg eignet sich das Fasten allemal! 

Schreib mir doch!


Wie sind Deine Erfahrungen mit dem Fasten und der Fastenzeit? Wie nutzt Du diese Zeit? Oder geht sie spurlos an Dir vorrüber? Schreib mir in einem E-Mail oder Kommentar Deine Erfahrung!

Zusammenfassung für Schnell-Leser 😉 
Lesezeit 1 Minute

Die Fastenzeit wird häufig dafür genutzt auf gewissen Dinge, wie z.B. auf Alkohol oder auf Zucker zu verzichten. Da die Fastenzeit gesellschaftlich akzeptiert ist, ist das auch für mein Dafürhalten ein guter Zeitpunkt, um so etwas auch durchzuziehen. Niemand wird Dich schief anschauen, wenn Du auf einer Party nur zu Wasser greifst, wenn gerade Fastenzeit ist. 

Fasten hat in beinahe allen Religionen dieser Welt eine gewisse Tradition und darüber habe ich mit meiner liebe Freundin Stefanie Gralewski geplaudert. Das Interview findest Du im obigen Artikel

Heute sehr populär sind diverse Fastenkuren, sogenanntes Heil- oder Basenfasten. Vielfach werden große Erwartungen an diese eine Fastenwoche im Jahr gestellt. Wenn Du das für die innere Einkehr oder aus ähnlichen Gründen machst, kann das durchaus positiv sein. Machst Du so eine Kur allerdings, um Abzunehmen, dann ist sie denkbar ungeeignet, wenn Du nicht im Anschluss daran Deine Ernährung umstellst. Eine Fastenkur von einer Woche im Jahr ist meines Erachtens nicht der heilige Gral. 

Meine persönlichen Fastenzeiten

Ich nutze übrigens die Fastenzeit ebenfalls für meine persönlichen Vorhaben und habe hier die letzten drei Jahre Revue passieren lassen. Wenn Dich das also interessiert, wofür ich die Fastenzeit nutze und was daraus entstehen kann, dann lies doch den kompletten Artikel. 

Susanne Lindenthal

ÜBER DIE AUTORIN

Mein Name ist Susanne Lindenthal und ich bin Deine Expertin in Sachen Verdauung. In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Zum einen bin ich mit Leib und Seele Ernährungswissenschafterin, zum anderen bin ich der Traditionellen Chinesischen Medizin verfallen. In meinen Beratungen verbinde ich diese scheinbar konträren Welten und verhelfe Dir damit zu einem besseren Bauchgefühl.

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