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Lamm-Curry, ein Einheizer an kalten Wintertagen

Lamm-Curry-Titel

Von Eintöpfen und Badewannen

​Ich liebe ja Lamm und ich liebe Eintöpfe und ​da bietet sich so ein Lamm-Curry ja förmlich an. Und jetzt ist auch noch genau die richtige Jahreszeit dafür. Ein langer Winterspaziergang im Schnee (so denn einer liegt, wir sind da im Wiener Raum ja nicht so gesegnet damit) oder eine Adventwanderung, da kann einem schon richtig eisig kalt werden. Für mich gibt es nach so einer Wanderung zwei Dinge, die mich extrem glücklich machen. Eine heiße Badewanne und ein wohlig warmes Gefühl im Bauch von einem guten und wärmenden Essen. 

​Nicht nur Gulasch schmeckt aufgewärmt besser

Eintöpfe eignen sich da ja besonders dafür, denn ​sie lassen sich wunderbar schon am Vortag zubereiten und wenn man dann von der Wanderung halb erfroren nach Hause kommt, dann braucht man den fertigen Eintopf nur mehr aufzuwärmen. Das hat zwei Vorteile: es geht super schnell und der Eintopf schmeckt meist aufgewärmt noch viel besser. Gerade Currys, die ja von den vielen Gewürzen leben, profitieren von dieser Vorgehensweise. Durch die zusätzliche Zeit, die das Curry durch das Abkühlen und wieder Aufwärmen hat, entfalten sich die Gewürze erst so richtig.

Dieses Curry schaut vielleicht auf den ersten Blick nach richtig viel Arbeit aus. Das ist es aber nicht, denn die eigentliche Arbeit, die Du damit hast, ist nur ein bisschen Fleisch und Gemüse schneiden. Das was lange dauert, ist das Fleisch zu marinieren und dann darauf zu warten, dass es sich kocht. Das kann das Curry aber weitgehend alleine auf dem Herd.

​Ein Wort noch zum Lamm im Curry

Lamm mag nicht jeder, ja ich weiß. Und es ist auch nicht für jeden geeignet, denn das Fleisch gilt in der Traditionellen Chinesischen Medizin als sehr heiß und wärmt ganz wunderbar. Das kann aber auch kontraproduktiv sein, vor allem dann, wenn Du schon sehr hitzig bist. Ich mache in meinen Ernährungsberatungen oft die Erfahrung, dass gerade jemand dem Lamm überhaupt nicht schmeckt, ​oftmals schon sehr viel Hitze im Körper hat. Also intuitiv macht dieser Mensch alles richtig, wenn er dann auf Lamm verzichtet. Vielleicht geht's Dir ja auch so. Du kannst das Fleisch natürlich auch austauschen und das Curry mit Rind- oder Kalbfleisch machen. Dann wird das Curry etwas weniger warm. Allerdings sind die verwendeteten Gewürze auch sehr wärmend und selbst ohne Fleisch, nur mit Gemüse, wirkt das Gericht immer noch wärmend.

Aber nun genug der vielen Worte, ​so hab ich nun dieses wundervolle Curry gemacht:

Lamm-Curry-fertig-Teller-mit-Reis
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5 von 1 Bewertung

Lamm-Curry

Ein Einheizer nach langen Winterspaziergängen
Arbeitszeit20 Min.
Garzeit1 Std. 20 Min.
Marinierzeit4 Stdn.
Gesamtzeit5 Stdn. 40 Min.
Gericht: Hauptspeise
Land & Region: Indisch
Stichwort: Wärmender Eintopf
Portionen: 6 Personen

Nährwerte pro Portion

Serving: 580 g | Energie: 670 kcal | Kohlenhydrate: 67 g | Eiweiß: 33 g | Fett: 26 g

Die Zutaten

  • 600 g Lammfleisch
  • 150 g Lammknochen

Für die Marinade

  • 100 g Rotwein
  • 50 g Joghurt 1 %
  • 25 g Olivenöl
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 10 g Ingwer geschält
  • ¼ TL Pfeffer
  • 1 Stk. Nelke
  • 1 Msp. Zimt
  • 1 Msp. Muskatnuss gemahlen
  • 1 Msp. Macis (Muskatblüte gemahlen)
  • 2 EL kleine Chilis getrocknet oder frisch
  • 1 TL Koriandersamen gemahlen
  • 2 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Curcuma gemahlen
  • 1 TL Bockshornkleesamen gemahlen
  • 1 TL geh. Suppenwürzpaste (15 g oder ½ Suppenwürfel)
  • 15 g Cashewkerne (10 – 15 Stk)

Für das Curry

  • 1 EL Olivenöl
  • 400 g Lammfond
  • 400 g Kokosmilch
  • 1 TL Salz
  • 250 g Kartoffeln
  • 250 g Karotten
  • 250 g Grüne Bohnen (breite Fisolen)
  • 180 g Pastinaken
  • 100 g Lauch
  • 2 TL Maisstärke (Maizena, Speisestärke)

Beilage

  • 360 g Langkorn- oder Basmatireis
  • 1 ½ TL Salz

So wird's gemacht

auf klassische Art

  • Lammfleisch in 2 x 2 cm Würfel schneiden, Knochen heiß abwaschen und alles zusammen in eine verschließbare Schüssel geben.
  • Rotwein, Joghurt, Olivenöl, Knoblauch, Ingwer, Pfeffer, Nelke, Zimt, Muskatnuss, Macis, Chilis, Koriandersamen, Kreuzkümmel, Curcuma, Bockshornklee, Suppenwürze und Cashewkerne in einen hohen Mixbecher geben und mit dem Stabmixer zu einer feinen cremigen Marinade pürieren. Die Marinade zum Fleisch und den Knochen gießen und gut durchrühren. Mindestens 3 bis 4 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen.
  • Nach der Marinierzeit in einem großen Topf das Öl erhitzen und das marinierte Lammfleisch und die Knochen scharf anbraten. Mit dem Lammfond und der Kokosmilch aufgießen, das Salz zugeben und ca. 1 Stunde kochen lassen.
  • In der Zwischenzeit kannst Du das Gemüse kleinschneiden: die Kartoffeln, Karotten und Pastinaken in 1 cm Würfel, die grünen Bohnen in 2 bis 3 cm Stücke und den Lauch in ½ cm Scheiben.
  • Nach der Stunde Kochzeit des Lamms das Gemüse dazugeben und eine weitere halbe Stunde kochen lassen, bis das Gemüse weich ist.
  • Währenddessen kannst Du den Reis kochen: Reis mit der doppelten Menge kaltem Wasser und einem 1 ½ TL Salz in einen Topf geben und aufkochen lassen. Einmal mit der Gabel umrühren, dann Herd auf kleinste Flamme zurückschalten und den Reis – OHNE UMZURÜHREN! – zugedeckt kochen lassen. Wenn sich auf der Oberfläche kleine Löcher im Reis bilden, ist er fertig. Das dauert ca. 18 bis 22 Minuten, je nach Sorte. Dann den Herd einfach abschalten und den Reis stehen lassen.
  • Die Maisstärke mit etwas kaltem Wasser anrühren und unter das fertige Curry rühren, noch einmal aufkochen lassen und das Lamm-Curry gegebenenfalls mit etwas Salz und frischem Koriander abschmecken und mit dem Reis servieren.

Was es sonst noch zu sagen gibt

Varianten vom Lamm-Curry

Gemüse kannst Du freilich variieren und hineingeben, was immer Du magst. Wurzelgemüse eignet sich halt am besten. Aber auch mit Spinat oder Mangold kann ich mir das Curry gut vorstellen. Wenn Du das ausprobierst, dann schreib mir doch im Kommentar, wie es geworden ist.

​Wie schon einleitend geschrieben, kannst Du natürlich auch andere Fleischsorten für das Curry verwenden. Ich würde jetzt mal alternativ zum Rind- oder zum Kalbfleisch greifen. Hühnerfleisch funktioniert bestimmt auch, nur würde ich dann die Garzeit stark reduzieren, damit das Fleisch nicht trocken wird.

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Nach einer Stunde Kochzeit kommt das Gemüse zum Fleisch dazu

Als vegetarische Variante kannst Du dieses Curry und vor allem die Gewürzmischung auch machen. Damit fällt die Marinierzeit natürlich weg und Du kannst die pürierten Gewürze gleich gemeinsam mit der Kokosmilch, einer Gemüssuppe und dem Gemüse zustellen und eben nur so lange kochen, bis das Gemüse weich ist.

Alternative Beilagen ​zum Curry ​sind Couscous, Bulgur oder ein frisches Fladenbrot.

​Mein Tipp 

Du kannst das Fleisch auch am Vortag schon in die Marinade einlegen. Das spart Dir einerseits Zeit beim Kochen und andererseits ist das Fleisch dann richtig gut durchgezogen.

20191209-Lamm-Curry-Lammfleisch-marinieren

Das Fleisch und die Knochen gut mit der Marinade vermischen und mindestens 4 Stunden ziehen lassen

D​a sich das Lamm-Curry ​ja wunderbar zum aufwärmen eignet, ​kannst Du ruhig diese große Menge kochen, auch wenn Du es nicht auf einmal aufessen kannst. Wir sind auch zu zweit und hatten eine riesen Freude mit der großen Menge. Einmal frisch gekocht gegessen, am nächsten Tag weitere zwei Portionen aufgewärmt nach einem Adventspaziergang und die zwei restlichen Portionen durften dann noch am Tag 3 als Mittagessen dienen und ich habe mir damit sehr viel Zeit zum Kochen erspart. 

Was ist Macis?

Macis, oder auch Muskatblüte genannt, bekommst Du auch im Ganzen und es handelt sich dabei genau genommen um den Samenmantel (Arillus), der den Samen, also die Muskatnuss umhüllt. Macis schmeckt aromatisch und leicht harzig, ähnlich wie die Muskatnuss, nur etwas milder. Solltest Du sie nur im Ganzen bekommen, dann kannst Du ein Stück dazugeben. Der Stabmixer zerkleinert sie problemlos mit den anderen Zutaten für die Marinade. Wenn Du keine bekommst, dann nimm einfach einen Hauch mehr Muskatnuss.

Rezeptwirkung nach TCM

Lammfleisch wirkt generell schon sehr stark wärmend, vertreibt Kälte und stärkt das Milz- und das Nieren-Yang. Durch die stark wärmenden Gewürze ist dieses Lamm-Curry ein Einheizer nach einen langen Spaziergang im Schnee und für eiskalte Winterabende geeignet. Das Gericht ist nichts für Dich, wenn Du unter Hitzewallungen leidest.

Ob dieses Rezept zu Deiner Konstitution passt, können wir gerne in einer Ernährungsberatung klären.

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Susanne Lindenthal
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Andrea - 26. Dezember 2019 Reply

Liebe Susanne,
habe heute dein Lamm-Curry gekocht, nur mit veganem „Hähnchenschnitzel“ (das ich dann in Würfel geschnitten habe) statt Lamm. Habe das erste Mal in meinem Leben etwas selbst mariniert 😀
Es war unser Weihnachtsessen. Sehr lecker!! Und wirklich einfach nachzukochen (wie ich das von deinen Abo-Rezepten auch kenne)
Danke! 🙂
Viele Grüße!
Andrea

    Susanne Lindenthal - 30. Dezember 2019 Reply

    Liebe Andrea,
    das freut mich total, dass es Dir geschmeckt hat. Muss ich mal vegan testen, das war bestimmt köstlich. Es ist oft eine Kombination der Gewürze, die es eben ausmacht, egal ob mit Fleisch oder ohne 🙂
    LG Susanne

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